Räume

Klassenzimmer um 1875

Ein armer Dorfschulmeister und seine Schüler mussten sich damals mit vielem abfinden, was heute undenkbar ist. Die Schulzimmer waren sehr einfach und dürftig eingerichtet. Auf Vierer-, Sechser- oder Achterbänke saßen die Kinder dicht aneinander gedrängt. Sofort fällt das Podium mit dem Katheter und dem Stuhl für den Lehrer ins Auge. Er schrieb auf einer schwarzen Holztafeln mit weißen Lineaturen, die auf einem Gestell schräg nach hinten lehnte. Davor stand ein Schemel für die Kleineren, denn in der einklassigen Dorfschulen wurden die 7 Jahrgänge in einem Raum unterrichtet. Meist lag auch eine Geige bereit, denn der Lehrer musste ein Instrument beherrschen. Von seiner erhöhten Warte konnte der Lehrer auch Klassen mit bis zu 70 Schülern leicht überblicken und für strenge Disziplin sorgen.

Die Holzdielen der Fußböden waren geölt, die Wände hatten ringsum einen Sockel in grüner oder grauer Ölfarbe. Wandbilder und Landkarten blieben generationenlang immer die gleichen. Alle Lehrmittel befanden sich im Schulzimmer, ein eigenes Lehrmittelzimmer gab es noch nicht.

In den Dorfschulzimmern stand ein Kachelofen mit einem über den ganzen Raum reichenden Ofenrohr. Geheizt wurde mit Holz, das die Schüler oft selbst mitbringen mussten. Müde, durchnässt und frierend, je nach Jahreszeit noch bei Dunkelheit unterwegs, kamen die Kinder nach einem bis zu zwei Stunden dauernden Schulweg erschöpft in der Schule an.

 

 

Schulzimmer um 1920

„Wie zu meiner Zeit!“, werden viele Besucher denken, wenn sie sich umsehen. Die Einrichtung dieses Klassenzimmers stammt aus der Zeit um 1920, wurde aber bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts nur wenig verändert. Eltern und vor allem Großeltern werden sich hier an ihre eigene Schulzeit erinnern.

Waren die ländlichen Schulen durchweg einklassig, konnten in größeren Gemeinden und Städten nach Jahrgangsklassen gegliederte Schulen eingerichtet werden. Die Schüler saßen nun in Zweisitzerbänken mit einem gemeinsamen Tintenglas. Meistens stand das Lehrerpult auf einem Podium.

Die Tafelgestelle hatten nun schon mechanische Einrichtungen und konnten bereits auf- und abwärts geschoben werden. Für die nötige Wärme sorgte ein gusseiserner Ofen mit einem starken Ofenrohr. Schablonenmuster zierten die Wandsockel, große, gläserne Lampen spendeten elektrisches Licht.

Die im Zimmer ausgestellten Vogelskelette, präparierten Schmetterlinge und Schlangen, sowie die Wandkarte mit den Schulorten der Oberpfalz um 1890 sind von den Lehrern selbst hergestellte Lehrmittel.

 

Schulzimmer einer 5. Klasse um 1960

Neue Unterrichtsformen halten in der Schule Einzug. Bewegliche Tische und Stühle ermöglichen flexible Sitzordnungen. Die Kinder lernen in Vierer- oder Sechsergruppen. Das erhöhte Podium verschwindet, der Lehrer sitzt am Schreibtisch auf Augenhöhe. Verdunklungsvorhänge ermöglichen den Einsatz von Dia- und Filmprojektor, Sandkasten und Radio gehören zur Grundausstattung.

 

In weiteren Räumen:

Lehrerlaufbahn – Lehrerleben
Lehrer als Hersteller von Lehrmitteln
Schulstrafen: Tatzen und Eselsbank
Schulgeschichte Rosenbergs
Von der Laterna Magica zum Filmprojektor
Vom Handarbeitsunterricht zum Werken/ Textilen Gestalten
Vom Turnen über Leibeserziehung zum Sportunterricht
Schulwege früher und heute
Fachpraxis aus den Anfängen der Berufschule
Entwicklung von Schrift und Schreibgeräten
Geschichte der Pädagogik
Entwicklung des Sonderschulwesens in der Oberpfalz
Lesen und Rechnen weltweit

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